Hamburg: Tor zur Welt – Metropole an der Alster

Wir schreiben den 21. Oktober im Jahr des Herrn 1401. In HafenCity, damals noch Grasbrook, schreitet ein Geköpfter an 11 seiner 72 Gefährten vorbei, bis ihm der Henker, der nach Hinrichtungen bezahlt wird, ein Bein stellt. Denn alle Männer, an denen der Hingerichtete vorbeikam, sollten freikommen – so das Versprechen des Richters. Aber dennoch rollten anschließend sämtliche Häupter aller 72 wackeren Gefährten – und endeten aufgespießt längs der Elbe, zur Abschreckung. Der schreitende Mann ohne Haupt ist Klaus Störtebeker – so erzählt es die Legende – Hamburgs berühmtester Pirat, über den es z. B. im Museum für Hamburgische Geschichte noch mehr zu erfahren gibt.

Hamburg Alster

Die Alster in Hamburg

Hamburg: Hafen-Stadt mit unzähligen Attraktionen
Piraten, Hafenviertel, Legenden, Meer, Wind und stolze Schiffe – hier in Hamburg fühlt sich jeder Besucher von Anfang an willkommen, der das Maritime liebt – und die unzähligen Attraktionen der hanseatischen Millionen-Metropole. Für mehr als 5 Mio. Besucher im Jahr bildet Hamburg so mit seinen traditionellen Backstein- und Klinker-Häusern eines der attraktivsten Ziele in Deutschland. Events, Museen und Veranstaltungen, Altstadttour, Speicherstadt, HafenCity, Imtech-Arena, O2-World, Millerntor-Stadion oder Elbphilharmonie – hier spielt das Leben rund um die Uhr auf.

Der Altonaer Fischmarkt – anno dazumal mit „Löwen“, heute mit Touristen
So auch natürlich auf dem berühmten Fischmarkt – anno dazumal und auch heute noch. Zum 1, zum 2. und zum 3.: Verkauft! Natürlich im Hamburger Dialekt – so oder ähnlich tönte es wohl aus der Altonaer Auktionshalle um 1900 – nur wenige Stunden nachdem die vielen kleinen Ruderboote der Elbfischer angelandet waren und Aale, Hechte, Karpfen und Barsche feilboten.
Und es gab nicht nur Fisch. Sondern immer auch die Löwen. Ja, richtig gelesen. Allerdings sind hier nicht die vierbeinigen, schläfrigen Fleischfresser mit wüstenfarbenem Fell gemeint – sondern so nannte man zu jener Zeit die Gelegenheitsarbeiter, die man Sonntags hier antraf. Immer auf der Jagd nach dem nächsten Job – Verladen von Fischkisten, Kessel-Reinigung im Hafen oder anderen anstrengenden Dingen. Den erhaltenen Lohn vertranken sie anschließend gerne beim Eier Carl. Mit dem berühmten Eier-Grog. Bevor das Spiel der löwen-gleichen Pirsch um den nächsten Job wieder von vorne losging. Heute ist der Fischmarkt eine der touristischen Attraktionen – und immer ein Erlebnis, gerade sonntags.

It’s showtime: Bühne frei für das Hamburger Nachtleben
Hätten Sie gewusst: Der König der Löwen, Rocky, Das Phantom der Oper – Hamburg ist drittgrößter Musical-Standort der Welt – gleich nach London und New York. Wer immer das bunte Bühnentreiben mit Showeinlage schätzt – in Hamburg kommt er garantiert auf seine Kosten. Aber auch alle anderen Nachtschwärmer: Denn hier locken Theater, Kinos, Clubs mit Musik für jeden Geschmack, Restaurants und Bars – Hamburg ist kultiviert, Hamburg ist vielseitig und Hamburg ist cool. Und das gilt auch für die Menschen dort: Weltoffenheit präsentiert sich auch hier, mit jenem Quäntchen nordischer Kühle ausstaffiert, das ihren besonderen Charme ausmacht.

Hamburger Kiez: Deutschlands berüchtigtes Rotlicht-Viertel
Die wohl höchste Kneipendichte Deutschlands findet sich übrigens auch in Hamburg – rund um die Reeperbahn. Von der singt Hans Albers schon 1954 in dem Streifen „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins. Im Film kehrt Hannes Wedderkamp in seine Heimatstadt Hamburg zurück und trifft seinen alten Freund Pitter Breuer. Dem geht es mit seiner „Galopp-Diele“ auf der Reeperbahn ziemlich schlecht. Doch Hannes hilft – und macht aus dem Schuppen binnen kurzer Zeit eine Goldgrube. Gedreht wurde natürlich auch in St. Pauli – ein Besuch, ob aus nostalgischen cineastischen Gründen, Neugier oder einfach Spaß am Milieu: Ein Besuch wird dringend empfohlen.

Hamburg Landungsbrücken

Die Landungsbrücken in Hamburg

Ob Herbertstraße, „Zur Ritze“, Deutschlands ältester SM-Club „de-Sade-Club“, die Davidwache, das Schmidt-Theater und, und, und – auf eigene Faust oder per kundiger Führung verspricht die sündige Meile Hamburgs auch heute jede Nacht aufs Neue Aufregendes in den zahlreichen Nachtclubs, Bars und Discos.

Fazit: Wer viel Unterschiedliches erleben will – oder etwas ganz Bestimmtes sucht, der sollte unbedingt in Hamburg vor Anker gehen. Am besten gleich für ein ganzes Wochenende oder länger. Denn ob Historisches, Ultra-Modernes, lautstarke Lebensfreude oder nur die leise rauschende Stimme kühler Winde, Hamburg hat enorm viel davon drauf.

Bilder: